Risiken einer Unternehmeskultur

Risiken einer Unternehmenskultur der „gefilterten Wahrheit“

Vielleicht hast du Folgendes bereits selber erlebt. Du wächst in einem Betrieb hierarchisch nach oben. Schnell merkst du, wie ehemalige Kollegen, die dir sehr vertraut waren und nahe standen, immer mehr Distanz zu dir aufbauen. Je höher man in der Hierarchie steht, desto weniger kommt man an Informationen. Die Wahrheit wird sehr oft, je höher man auf der Karriereleiter nach oben klettert, verschleiert. Jeder versucht, die eigene Sichtweise so darzustellen, als ob es keine Probleme gäbe.

Die Positionen, in welchen sich Führungskräfte häufig befinden, bieten oftmals keinerlei Spielraum für Handlungsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist es daher, interne Eindrücke ungefiltert mitgeteilt zu bekommen. Als Führungskraft muss man somit auf das enge Umfeld vertrauen, in dem die Angestellten immer auch als Berater fungieren.
Was aber, wenn auch diese versuchen die eigenen Defizite lapidar und beschönigend darzustellen?
Was, wenn diese Führungskräfte nicht vorsätzlich, sondern aus der Überzeugung heraus, die Dinge selbst regeln zu können, handeln?

Dann, ja dann haben Führungskräfte ein echtes Problem.
Über einen längeren Zeitraum betrachtet, bildet sich so nämlich eine Unternehmenskultur der „gefilterten Wahrheit“ und ein kollektives „Nichts sagen ist besser, als dumm dazustehen.“
Nicht nur Abteilungen könnten dadurch Schaden erleiden, sondern ein ganzes Unternehmen könnte maßgeblich davon betroffen sein.

Ich selbst durfte diese Erfahrung in unterschiedlichsten Positionen machen und habe folgenden Entschluss für mich gefasst:
Bau Vertrauen, tiefstes Vertrauen, zu deinen Mitarbeitern auf, um in Folge nicht der „gefilterten Wahrheit“ zu unterliegen. Denn diese führt unweigerlich zu einem unermesslichen Problem jeglicher Unternehmenskultur. Nur zu gut kann ich mich an den Spruch „ Wer schweigt, stimmt zu“ erinnern, den ich vollends bestätigen kann.
Wenn wir als Führungskräfte nicht in der Lage sind, unterschiedliche Meinungen zu selektieren, diese zu akzeptieren und für uns selbst zu filtern, beginnt ein Kreislauf des Schweigens.

Klare und zielgerichtete Entscheidungen müssen nicht immer ausschließlich auf der Meinung der Führungskräfte basieren. Offenheit und Meinungsäußerungen in Betrieben tragen zu einer langfristigen Bindung und damit einhergehenden Produktivität bei.

In diesem Sinn – es bleibt zu bedenken, dass selbst eine ungefilterte Wahrheit nur der subjektiven Wahrnehmung des Betroffenen entspricht.

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